16/4/2026

Batterierecycling im Vergleich: Pyrometallurgie, Hydrometallurgie und Direct Recycling

Auf die Pyrometallurgie entfielen 2025 rund 45,6 % des weltweiten Umsatzes im Batterierecycling (Grand View Research).

Sie ist das dominierende Verfahren, vor allem bei Blei-Säure-Batterien, wird aber zunehmend auch für Lithium-Ionen-Batterien eingesetzt. Ihr Schwachpunkt ist Lithium: Es landet in den meisten Schmelzprozessen in der Schlacke. Die EU verlangt jedoch ab Ende 2027 eine Rückgewinnung von mindestens 50 %.

Warum die Pyrometallurgie den Markt anführt

  • Flexibilität: verschiedene Batterietypen und Zellchemien ohne aufwendige Sortierung,
  • ausgereifte Infrastruktur: Nutzung bestehender Schmelzanlagen,
  • Skaleneffekte: geringere Investitionskosten in großen Anlagen.

Kobalt, Nickel und Kupfer werden als Legierung effizient zurückgewonnen. Lithium, Aluminium und Mangan gehen jedoch meist in die Schlacke über, aus der sie nur mit hohem Aufwand wirtschaftlich zu gewinnen sind.

Die Verfahren im Vergleich

Verfahren des Lithium-Ionen-Batterierecyclings im Vergleich
Verfahren Funktionsweise Stärken Grenzen
Pyrometallurgie Einschmelzen bei hohen Temperaturen Flexibel, ausgereift, großtechnisch Energieintensiv, Lithium geht in die Schlacke
Hydrometallurgie Laugung der Schwarzmasse und selektive Abtrennung der Metalle aus der Lösung Hohe Selektivität, Rückgewinnung von Lithium, Kobalt, Nickel und Mangan Erfordert Vorbehandlung und Sortierung, Abwasserbehandlung nötig
Direct Recycling Rückgewinnung und Regeneration des Kathodenmaterials ohne Zerlegung in Elemente Erhalt des Materialwerts, geringerer Energiebedarf Frühes Entwicklungsstadium, benötigt homogene Eingangsströme

Was die EU-Batterieverordnung fordert

Die Verordnung (EU) 2023/1542 legt Mindestquoten für die stoffliche Verwertung fest:

  • Lithium: 50 % bis Ende 2027 und 80 % bis Ende 2031,
  • Kobalt, Nickel, Kupfer und Blei: 90 % bis Ende 2027 und 95 % bis Ende 2031,
  • Recyclingeffizienz für Lithium-Batterien: 65 % bis Ende 2025 und 70 % bis Ende 2030 (bezogen auf das Durchschnittsgewicht).

Mit Pyrometallurgie allein lassen sich die Lithiumquoten nicht erreichen. Die Branche setzt daher zunehmend auf kombinierte Prozessketten aus mechanischer Vorbehandlung, hydrometallurgischer Raffination und perspektivisch Direct Recycling.

Wohin sich der Markt entwickelt

Laut Grand View Research wird die Hydrometallurgie mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 41,3 % (2026 bis 2033) das am schnellsten wachsende Recyclingverfahren sein.

Wastes Service Group forscht aktiv an Verfahren für das Batterierecycling, insbesondere an hydrometallurgischen Lösungen und Direct Recycling, und bietet die Sammlung, den Transport und das Recycling von Altbatterien an. Sprechen Sie uns an, wenn Sie über Kooperationen oder Recyclinglösungen sprechen möchten.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Pyrometallurgie und Hydrometallurgie?

Die Pyrometallurgie gewinnt Metalle durch Einschmelzen bei hohen Temperaturen zurück, die Hydrometallurgie durch chemische Laugung und selektive Abtrennung in wässrigen Lösungen. Nur die Hydrometallurgie ermöglicht eine wirtschaftliche Lithium-Rückgewinnung.

Was ist Direct Recycling?

Ein Verfahren, bei dem Kathodenmaterial zurückgewonnen und regeneriert wird, ohne es in einzelne Elemente zu zerlegen. So bleibt der Materialwert erhalten und der Energiebedarf sinkt.

Wie viel Lithium muss in der EU zurückgewonnen werden?

Mindestens 50 % bis Ende 2027 und 80 % bis Ende 2031 gemäß Verordnung (EU) 2023/1542.

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