18/6/2026

Urban Mining: Europas Abfälle als Quelle kritischer Rohstoffe

Lithium, Kobalt, Nickel und Kupfer sind unverzichtbar für Energiewende und Industrie, und Europa importiert sie größtenteils.

Dabei liegt ein beträchtlicher Teil bereits im eigenen Abfallaufkommen. Laut dem am 27. Mai 2026 veröffentlichten Abschlussbericht des Projekts FutuRaM könnten Abfälle bis 2050 zwischen 33 % und 56 % des europäischen Bedarfs an kritischen Rohstoffen decken.

Die bisher genaueste Kartierung der europäischen Urban Mine

FutuRaM ist ein vierjähriges, von der EU im Rahmen von Horizon Europe gefördertes Forschungsprojekt. Untersucht wurden 42 kritische Rohstoffe in sieben Abfallströmen: Elektroaltgeräte, Altbatterien, Altfahrzeuge, Bau- und Abbruchabfälle, Schlacken und Aschen, Bergbauabfälle sowie rückgebaute Windkraftanlagen. Betrachtet wurden die EU27 sowie Großbritannien, die Schweiz, Island und Norwegen.

Die wichtigsten Zahlen bis 2050

Dem Bericht zufolge könnte Europa jährlich 4,1 bis 5,7 Mio. Tonnen kritischer Rohstoffe aus Abfällen zurückgewinnen. Besonders stark steigt das Potenzial bei Batteriemetallen:

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Quelle: FutuRaM-Abschlussbericht (UNITAR, 27.05.2026). Daten für die EU27 sowie Großbritannien, die Schweiz, Island und Norwegen.
Rohstoff Rückgewinnung heute Potenzial 2050
Lithium deutlich unter 1.000 t 30.000 bis 52.000 t pro Jahr
Kobalt ca. 1.000 t 25.000 bis 40.000 t pro Jahr
Nickel ca. 4.000 t 103.000 bis 171.000 t pro Jahr
Kupfer 0,3 Mio. t 0,8 bis 1,4 Mio. t pro Jahr
Aluminium ca. 0,9 Mio. t 2,7 bis 3,5 Mio. t pro Jahr

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Ersetzt man Primärrohstoffe durch Sekundärrohstoffe, ließen sich zudem jährlich 81 bis 273 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent vermeiden.

33 % oder 56 %: drei Szenarien

  • Business as usual: bis zu 33 % des Bedarfs,
  • verbesserte Rückgewinnungssysteme: bis zu 47 %,
  • Kreislaufwirtschaft: bis zu 56 %, sofern Sekundärrohstoffe die Qualität von Primärrohstoffen erreichen.

Ob Europa eher bei 33 % oder bei 56 % landet, hängt weniger von der Technologie als von Sammelquoten, Behandlungskapazitäten und der Frage ab, ob Altprodukte überhaupt bei zertifizierten Recyclern ankommen.

Rohstoffsicherheit beginnt bei der Sammlung

Der Critical Raw Materials Act der EU sieht vor, dass bis 2030 mindestens 25 % des jährlichen EU-Verbrauchs an strategischen Rohstoffen aus Recycling stammen. FutuRaM zeigt, dass dieses Ziel erreichbar ist, allerdings nur, wenn Altbatterien und Elektroaltgeräte in kontrollierte Kanäle gelangen statt in den Restmüll oder in informelle Märkte.

Wastes Service Group unterstützt diesen Wandel durch die Sammlung, den Transport und das Recycling von Batterien und Elektroaltgeräten in Polen und der gesamten EU. Sprechen Sie uns an, wir zeigen Ihnen, wie aus Altprodukten Sekundärrohstoffe werden.

FAQ

Was bedeutet Urban Mining?

Urban Mining bezeichnet die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Produkten und Abfällen, etwa aus Elektronik, Batterien oder Fahrzeugen, anstatt sie aus natürlichen Lagerstätten abzubauen.

Wie viel des Rohstoffbedarfs können Abfälle decken?

Laut FutuRaM-Abschlussbericht je nach Szenario 33 % bis 56 % des europäischen Bedarfs an kritischen Rohstoffen bis 2050.

Wie viel Lithium lässt sich in Europa aus Abfällen zurückgewinnen?

Bis 2050 30.000 bis 52.000 Tonnen pro Jahr, gegenüber deutlich unter 1.000 Tonnen heute.

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