Auf der CES 2026 kündigte LEGO die größte Änderung seines Systems seit fast 50 Jahren an. Die LEGO Smart Play-Plattform wurde entwickelt, um Bausteine ohne den Einsatz von Bildschirmen und klassischen digitalen Schnittstellen zum Leben zu erwecken.
Für Technikfans ist dies eine spannende Innovation. Für die Abfallentsorgungsbranche ein wichtiges Signal des Wandels, das die Frage aufwirft: Wie wird sich das auf den zukünftigen Strom von Elektro- und Elektronikschrott auswirken?
Der neue „Smart Brick“ behält die Form eines klassischen 2x4-Bausteins bei, im Inneren befindet sich jedoch fortschrittliche Elektronik:
• Mikroprozessor
• Beschleunigungsmesser
• Licht- und Schallsensoren
• Akku mit kabelloser Aufladung
Steine können miteinander kommunizieren, auf Bewegungen reagieren und Geräusche von sich geben. Das heißt, ein herkömmliches Kunststoffprodukt wird gleichzeitig zu einem elektronischen Gerät.
Aus der Sicht der EUSR-Gesetzgebung ist der Fall klar. In die Elektronik integriertes Spielzeug gilt als gebrauchte Elektro- und Elektronikgeräte.
Es wird nicht möglich sein, einen solchen Block in Plastik oder in gemischten Abfällen zu entsorgen. Der gebrauchte Smart Brick muss dem Elektroschrottsammelsystem zugeführt werden. Wenn Sie es in einen normalen Mülleimer werfen, kann dies zu administrativen Sanktionen führen.
Klassische LEGO-Steine bestehen aus ABS, einem Material, das langlebig und von hoher Qualität ist, aber angemessene Verarbeitungsbedingungen erfordert. Das Hinzufügen von Mikrochips, Drähten und Batterien erschwert den Wiederherstellungsprozess erheblich.
Das Recycling eines solchen Produkts erfordert:
• Demontage oder mechanische Trennung
• Trennung von Kunststoff von Metallen und elektronischen Komponenten
• sicheres Batteriemanagement
Dies bedeutet einen komplexeren technologischen Prozess und höhere Verarbeitungskosten.
Einer der größten Vorteile von LEGO ist die generationenübergreifende Kompatibilität. Steine aus den 70ern passen immer noch in moderne Sets. Die in Smart Brick eingebaute Elektronik wirft jedoch die Frage nach ihrer Lebensdauer auf.
Werden der Mikroprozessor und die Batterie mehrere Jahrzehnte lang verwendet werden? Wenn nicht, können intelligente Blöcke viel schneller im Abfallstrom landen als klassische Komponenten.
LEGO kommuniziert seit Jahren ehrgeizige Umweltziele, darunter die Einführung von Papierverpackungen und recycelten Materialien wie ARMABS. Smart Play zeigt jedoch einen breiteren Markttrend, der die Grenze zwischen Spielzeug und elektronischen Geräten verwischt.
Aus Sicht der Kreislaufwirtschaft bedeutet dies die Notwendigkeit:
• Produktdesign für einfache Demontage
• Berücksichtigung der zukünftigen Wiederverwertung von Materialien bereits in der Planungsphase
• Erweiterung der Systeme zur Sammlung und Verarbeitung kleinräumiger AWZ
Die Elektronisierung alltäglicher Produkte, selbst wenn sie noch so traditionell wie Bausteine sind, führt dazu, dass sich der Strom von Elektroschrott in neue Kategorien ausdehnt. Dies ist eine regulatorische, technologische und logistische Herausforderung.
Bei der Wastes Service Group werden wir die Entwicklung dieses Marktsegments genau beobachten. Technologische Innovationen sind unvermeidlich, aber ihre langfristigen Auswirkungen auf Abfallbehandlungssysteme hängen davon ab, ob das Produktdesign den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt.
Die Premiere ist für den 1. März 2026 geplant. Die Frage bleibt offen: Sind intelligente Spielzeuge eine natürliche Entwicklungsrichtung oder eine ökologische Herausforderung, auf die wir noch nicht vollständig vorbereitet sind?

15/2/26
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